Online-Workshop 11: Gleisplanung auf Millimeterpapier - Crashkurs Modell-Geometer


Online-Workshop 11: Gleisplanung auf Millimeterpapier - Crashkurs Modell-Geometer

Artikel-Nr.: WORKSHOP11
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Für Planungen ohne PC können die Weichengrundrisse im PDF-Format aus unserem Download-Bereich nochmals verkleinert im Maßstab 1:2 (50%) verkleinert ausgedruckt, ausgeschnitten und auf Millimeterpapier arrangiert werden, Sie planen dann im Maßstab 1:4, der Parallelgleisabstand beträgt exakt 23 mm für 4 m Vorbildabstand. Der abzweigende Strang unserer 1:9-Serie wird mit 1 cm Abweichung auf 9 cm Länge eingezeichnet. Dieses Verfahren erlaubt ausreichend exakte Planungen, bevor es "auf die Platte" geht.

 

Exkurs: Exakte Planungstechniken mit Millimeterpapier, Taschenrechner und Lineal

Wenn Sie mit unseren Planungsunterlagen im PDF-Format Anlagenplanung betreiben möchten, ohne auf Computer zurückgreifen zu wollen, sind einige Planungstechniken für die Gestaltung und Prüfung des Gleisverlaufes erforderlich, die wir hier kurz zusammengefaßt haben, um Ihnen das Werkzeug an die Hand zu geben, auch auf Millimeterpapier ausreichend exakte Vorplanungen durchführen zu können, bevor es "auf die Platte" geht. Dort verfahren Sie dann genauso, nur im Maßstab 1:1 für Spur 0.

 

Problem 1: Zeichnen großer Radien ohne Mittelpunkt

Zum Zeichnen von großen Gleisbögen ohne Mittelpunkt und Zirkel verwenden Sie dieselbe Methode wie die Vermessungsingenieure der Bahn, indem Sie sich auf die Absteckpunkte des Gleisbogens (A, T und B in der Zeichnung) beschränken, die Sie mit einem normalen Schultaschenrechner folgendermaßen berechnen können:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für einen Bogen von einem bekannten Punkt A nach einem unbekannten Punkt B (wird ausgerechnet) mit gewünschten Winkel a und Radius r berechnen Sie auf der geraden Verlängerung der Zufahrt zum Bogen (Einfahrtangente in A) den Tangenten-Schnittpunkt T, in welchem die Ausfahrtstangente für den Bogen (von links nach rechts betrachtet) beginnt, indem Sie den Abstand des Punktes T vom Punkt A (Maß t) auf der Einfahrtstangente ausrechnen und einzeichnen. Anschließend rechnen Sie das Maß x aus und zeichnen die verlängerte Einfahrtstangente ein, bis Sie x auf der Einfahrtstangente abtragen können (Hilfspunkt). Rechnen Sie nun y aus und tragen Sie mit einem Geodreieck rechtwinklig vom Hilfspunkt y ab. Dort befindet sich der Bogenendpunkt B. Zeichnen Sie von Punkt T nach Punkt B die Ausfahrtstangente ein - fertig. Tragen Sie zwischen Punkt A und Punkt B noch die verwendeten Winkel- und Radiuswerte ein, da Sie dieselbe Berechnung beim Übertragen Ihrer Planung auf Platte mit 1:1 Maßen wiederholen werden, bevor die Schwellenschablonen für unsere Weichenbausätze aufgeklebt werden. Beim Zeichnen von Gleisbögen auf Ihr Anlagenbrett rechnen Sie mehrere Zwischenpunkte vor dem Endpunkt B mit kleineren Winkeln aus und skizzieren zwischen diesen den Bogen von Hand.

 

Problem 2: Ermitteln eines Verbindungsradius zwischen zwei beliebigen geraden Gleisstücken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um Bogenradius und Winkel eines Verbindungsbogens zwischen der von links kommenden Gleistangente ab Punkt A (bekannt) zu berechnen, der exakt auf der Ausfahrtangente durch Punkt B endet, ist die Ermittlung des Punks B1 und der Kreisparameter erforderlich. Hierzu muß ebenfalls kein Mittelpunkt bekannt sein, der Bogen wird "hineingezirkelt" wie folgt:

Zeichnen Sie zunächst den Schnittpunkt T der Einfahr- und Ausfahrtangente ein. Der Abstand zwischen A und T ergibt das Maß t, das Sie nun ebenfalls auf der Ausfahrtangente abtragen, um Punkt B1 zu erhalten. Zwischen B und B1 ist ein gerades Gleisstück erforderlich. Messen Sie nun die Sehnenlänge zwischen Punkt A und Punkt B1 direkt. Mit den Maßen u und t kann der Bogenwinkel a berechnet, und hiermit der Radius r des Verbindungsbogens berechnet werden. Fertig. Ist der Radius zu klein ausgefallen, können Sie beispielsweise Punkt A nach links verschieben, bei zu großem Radius wird Punkt A nach rechts verschoben.

 

Problem 3: Einzeichnen von Weichen

Zunächst laden Sie aus unserem Downloadbereich die PDF-Datei mit der Legende der Absteckmaße herunter, am besten ausdrucken. Diese Grafik erläutert Ihnen die einzelnen Absteckmaße der verschiedenen Weichentypen, sodaß diese in Ihre Planung ohne großen Zeichenaufwand eingefügt werden können. Die zugehörigen Absteckmaß-Angaben in Millimetern finden Sie in der jeweiligen Artikelbescheibung im Shopbereich dieser Website. Am Beispiel einer geraden Weiche mit Abzweig links sei das Eintragen der Maße in die Zeichnung nun erläutert:

1. Konstruieren Sie den gewünschten Gleisverlauf bis zum geplanten Weichananfangspunkt WA.

 

 

 

 

 

 

 

2. Verlängern Sie die zu WA hinführende Gleismittellinie...

 

 

 

 

 

 

 

 

3. ... und tragen Sie darauf den Abstand E bis zum Schnittpunkt WS von Stammgerade und Abzweigtangente sowie S1 bis zum Weichenendpunkt WE des Stammgleises ab.

 

 

 

 

 

 

 

4. Zeichnen Sie im Abstand DA eine Parallele zur Stammgleismittellinie und ...

 

 

 

 

 

 

 

5. ... legen Sie eine Orthogonale (Rechtwinklige) durch WA und die Parallele.

 

 

 

 

 

 

 

6. Messen Sie auf der Parallelen das Maß A1+A2 ab, Sie erhalten hiermit den Endpunkt des Abzweigbogens...

 

 

 

 

 

 

 

 

7. ... den Sie entsprechend kennzeichnen. Die Linie WS-AE liegt zur Stammgleislinie WS-WE im Endwinkel der Weiche, sodaß die Fortsetzung des Abzweigs immer als Verlängerung der Linie WS-AE beginnt (Abzweigtangente).

 

 

 

 

 

Nach Bedarf können Sie nun zwischen die konstruierten Punkte den verkleinerten Ausdruck des Weichengrundrisses aufkleben.

 

Tip:

Bei der Verwendung unserer kostenlosen Anlagenplanungssoftware können Sie auf die bereits in der Datenbank des Programms hinterlegten Geometriedaten zurückgreifen. Desweiteren können Sie Zwischenpunkte für alle Radien übrigens vom Computer berechnen und eine zugehörige Koordinatenliste für jedes Gleiselement in beliebiger Längenauflösung mit frei wählbarem Bezugspunkt (Nullpunkt) ausdrucken lassen, was die anschließende Übertragung der Koordinaten eines Gleiselements auf die Anlagenplatte erheblich beschleunigt. Bei Planungen auf Millimeterpapier planen Sie hingegen die Anlage im Maßstab 1:1 entsprechend Ihrer Papierplanung noch einmal neu, indem Sie die Gleismittellinien entsprechend Ihrer Vorplanung konstruieren.

Treten Planungsfragen im Zusammenhang mit unseren Bausätzen auf, beraten wir Sie gerne - fragen Sie per email einfach an. Eine Zusammenstellung von elementaren Weichenkombinationen mit bemaßten Zwischengleisstücken befindet sich in Vorbereitung.

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